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2009

München – die Hauptstadt der Bewegung und ihr Widerstand


26. November 2009

Am 26.10.2009 war es wieder so weit, die dbb jugend saar und meine Wenig-keit durften sechs Tage lang München erkunden. Insbesondere stand unsere diesjährige Bildungsfahrt unter dem Motto: „München, die Hauptstadt der Bewegung und Ihr Widerstand“.

Am Tag unserer Ankunft sammelten wir schon erste Eindrücke von der Hauptstadt München. In den frühen Abendstunden unternahmen wir einen Streifenzug durch die Altstadt.


Hierbei konnten wir unsere Algemeinbildung im Hinblick auf die nationalsozialistische Zeit erneut auffrischen. Denn im Rahmen unseres Streifenzugs wurde uns erklärt, welche eine Rolle „München“ während der nationalsozialistischen Zeit spielte. München ist, wie keine andere deutsche Stadt, mit der Frühgeschichte und dem Aufstieg der NSDAP verbunden. Zwar begann die Machtübernahme der nationalsozialistischen Zeit in Berlin, jedoch war München für den grausamen lokalen Verfolgungs- und Unterdrückungsapparat seit 1933 ein Vorbild für das Reich.


Unser Streifzug durch München begann am Marienplatz, wo auch 1933-1945 eine Hakenkreuzfahne am Neuen Rathaus wehte. An diesem Platz wurde uns die Bedeutung des „Neuen und Alten Rathauses“ während der nationalsozalistischen Zeit erklärt. Das „Alte Rathaus“, war der Ort, an dem der Propagandaminister, Joseph Goebbels, zahlreiche Hetzreden gegen Regimegegner führte. In diesem Rahmen erfuhren wir auch, warum München den Ruf, als Hauptstadt der Bewegung trägt. Dieser Ruf geht auf eine Auszeichnung von A. Hitler zurück, welcher der Stadt den Ehrentitel „Hauptstadt der Bewegung“ verlieh.

In den nächsten Tagen erkundeten wir den nahe gelegenen Königsplatz. Dieser Platz, so berichtet man uns, war nach seiner Umgestaltung 1938 zum zentralen Kult- und Aufmarschplatz für die Nationalsozialisten geworden. Von diesem Platz aus wurden un­zählige Bilder und Filmaufnahmen gedreht, um die deutsche Be­völkerung für den Krieg vorzubereiten. Der Königsplatz wurde gerade wegen seiner ganz besonderen Ausstrahlung als Darstellungsort ausgesucht, denn durch das große Tor und die alten antiken Gebäude erstrahlten die Aufnahmen in einem spektakulärem Bild wieder. Dieser Platz gewann bei den Anhängern der NSDAP insbesondere dadurch große Beliebtheit, dass er sich ganz in der Nähe der NSDAP-Reichsleitung befand.

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Weiter führte uns die Seminarleiterin zu den Braukellern. Wer nun denkt, dass wir uns dort nur „ein Maß“ gönnen wollten, der irrt sich. Braukeller spielten für die nationalsozialistische Zeit eine wichtige Rolle, denn diese NSDAP verkündeten auch dort zahlreiche Hetzreden gegen Juden. Aber nicht nur hierfür dienten diese Braukeller: im Bürgerbräukeller fand auch der spätere Hitlerputsch statt.

Nachdem wir uns die Altstadt und die Umgebung von München mit einem Blick die Vergangenheit anschauen durften, ging unsere Reise weiter nach Dachau. Denn wenn man sich schon mit dieser Zeit beschäftigt, dann ist es quasi „ein Muss“ auch die KZ-Gedenkstätte Dachau zu besichtigen.

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In Dachau setzte Hitler und seine Helfer ihre nationalsozialistischen Ideologien, insbesondere der Verfolgung von Aufständen sowie auch die Verfolgung der Juden in brutalster Weise durch. Dachau war bereits im März 1933 als erstes Konzentrationslager errichtet worden, welches auch für viele folgende KZ als Vorbild galt. Während dieser Führung wurden uns die grausamen Methoden der National­sozialisten durch festgehaltene Bilder und unzähligen Schriften der damaligen Insassen geschildert.

Über frühere Funde und zahlreichen Erzählungen der damaligen Häftlinge wurde uns die unmenschlichen Schicksale dieser Menschen verdeutlicht. Diese Erzählungen berichteten von Schlägen mit dem Ochsenschwanz bis hin zum Tod durch Erfrieren.

Über KZ-Gedenkstätten möchte ich nun nicht mehr so viel erzählen nur eins möchte ich erwähnen, was auch mich erstaunte und was die meisten wohl nicht wissen bzw. sich auch kaum vorstellen können ist, dass auch in diesen Lagern immer wieder kleine Widerstände von den Insassen ausgingen. Diese hatten zwar für die damalige Zeit keine große Wirkung, aber für die damaligen Gefangenen waren gewonnene Widerstände ein großer Sieg, der Ihnen wohl etwas mehr Hoffnung in einer trostlosen Zeit gab.

Für den Widerstand gegen die nationalsozialistische Zeit wurde der Platz, den man heute, die Münchner Freiheit nennt, bekannt. Denn in diesem Gebiet wurde die Bevölkerung 1945 über das Radio aufge­rufen, dass Sie den Amerikanern ohne Widerstand begegnen sollten.

Zum Thema Widerstand berichtete man uns noch zahlreiche Einzelschicksale, wie z. b. das der „Weißen Rose“.

Aber nicht zu vergessen sind die vielen mutigen Menschen, die sich gegen die Verbrechen der NSDAP heimlich wehrten, indem Sie z. B. den damaligen Opfern halfen zum überleben.

Aber so ein Aufenthalt in München verschließt nicht den Blick für das heutige München. So verblieb auch in den Abendstunden genügend Zeit die bayrische Hauptstadt zu erkunden.

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Mit vielen neuen und interessanten Eindrücken bestiegen so die Saarländer wieder den Zug ins Saarland. Auf der Heimfahrt wurde natürlich diskutiert – wo es nächstes Jahr wohl hingeht?

München zwischen Bewegung und Wiederstand ein Bericht von

(Sylvia Rohr)