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Die Unverzichtbaren!

2002

Saarländische Bildung auf dem Prüfstand


01. März 2002

Im Rahmen des Landesjugendausschusses stellte die dbbj saar die saarländische Bildung auf den Prüfstand. Die deutsche beamtenbund jugend organisiert junge Beschäftigte im öffentlichen Dienst und im privaten Dienstleistungsbereich. Sie ist im Saarland das Sprachrohr von ca. 1.500 organisierten jungen Menschen. Die Resonanz war groß. So besuchten mehr als zwanzig Delegierte aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes und des Dienstleistungsbereiches die Erweiterte Realschule in Überherrn. Sie konnten den Unterricht verschiedener Klassenstufen beobachten und Schulleiter Christoph Schmidt gewährte ihnen einen Einblick in den Aufbau und die Organisation der Schule.

Besonders beeindruckend fanden die Teilnehmerinnen und Teilneh­mer, dass man mit wohl überlegten, geringen organisatorischen und pädagogischen Maßnahmen große Erfolge im sozialen Verhalten der Schülerinnen und Schüler erzielen kann ohne deren persönliche Freiheit zu stark einzuschränken. Am Nachmittag referierte Christoph Schmidt über Veränderungen des Schulsystems, im Besonderen über Möglichkeiten und Chancen der Ausbildung in der Erweiterten Real­schule. Dabei erklärte er, dass Wertesysteme zwischen Schule und Elternhaus noch stärker verknüpft und ausgebaut werden müssen.

Nach ausführlicher Meinungsbildung stellt der Landesjugendaus­schuss der dbbj saar fest:
  • Ein breit gefächertes Schulangebot, das sich an den Bedürfnissen der Schüler orientiert und dem Bildungsauftrag des Schulsystems gerecht wird, darf nicht durch ideologisch geprägtes kurzfristiges Politikdenken unterlaufen werden.
  • Die optimale Förderung der Kinder und Jugendliche muss sich bei Bedarf auch auf den Nachmittag erstrecken. Die Politik hat Möglich­keiten zu finden, wie Kindern geholfen werden kann, deren Eltern ihrem Erziehungsauftrag nicht mehr nachkommen.
  • Die Schule kann zum Erlebnisraum für Kinder werden. Eine Verknüpfung von Schule und außerschulischer Jugendarbeit, z. B. durch Vereine, kann dabei hilfreich sein. Allerdings muss hier eine echte Partnerschaft zwischen Schulleitung und Jugendverband ent­stehen.
  • Die Einführung einer generellen Ganztagsschule lehnt die dbbj saar ab. Eine solche Pflichtschule geht ihrer Meinung nach am Bedarf vorbei und schränkt die Pflege des Eltern-Kind-Verhältnisses zu sehr ein.

In der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer muss mehr auf eine zeitgemäße Qualifizierung geachtet werden. Nicht nur die fachliche Qualifikation ist wichtig, der richtige Umgang mit Menschen ist entscheidend. Die dbbj saar fordert aber auch die Übernahme aller Lehrerinnen und Lehrer uneingeschränkt ins Beamtenverhältnis. Denn sie sind der Teil der staatlichen Gewalt, die die Grundsteine eines jeden Kindes für seine Zukunft legen.