dbb jugend saar auf "facebook.de" dbb jugend saar auf "twitter.com"

Kont@kt

Willkommen im Saarland!

Die Unverzichtbaren!

2008

Landesjugendring Saar zur Ehrenamtsdiskussion

Schritt in die richtige Richtung

01. Juni 2008

"Endlich hören wir einmal mehr als Sonntagsreden! Die Erhöhung der Zuschüsse für die Ausbildung unserer JugendleiterInnen und die außerschulischen Seminare ist ein Schritt in die richtige Richtung." Der Vorsitzende des Landesjugendrings, Holger Meuler begrüßte damit die Ankündigung des jugendpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion Florian Gillen heute im Landtag, die Fördersätze für Bildungs­maßnahmen mit Kindern und Jugendlichen und Mitarbeiterschulungen für Ehrenamtliche um 10 % zu erhöhen.

Nach 14 Jahren, so Meuler sei die Erhöhung dieser Beträge überfällig gewesen. Übernachtungs- und Seminarkosten seien in dieser Zeit zwar weit höher gestiegen, "aber das Bemühen, den Kinder- und Jugendverbänden in ihrer höchst angespannten finanziellen Situation entgegenzukommen erkennen wir an. Offensichtlich hat man ver­standen dass gute Jugendarbeit nicht für´n Appel und ´n Ei zu haben ist." Allerdings hält der Landesjugendring im Zuge der Haushaltsberatungen für 2009 weitere Verbesserungen für dringend geboten. Auch sei die Ankündigung der Landesregierung zu begrüßen, bis zu fünf Tagen Sonderurlaub im öffentlichen Dienst zu gewähren und dies auf klarere gesetzliche Grundlagen zu stellen. Für JugendleiterInnen, wenn sie z.B. Ferienmaßnahmen betreuen, sei dies unverzichtbar, zumal diese meist mehr als die doppelte Menge ihres Erholungsurlaubs für diese wertvolle Gemeinschaftsaufgabe investierten.

Die Kritik des Geschäftsführers des saarländischen Städte- und Gemeindetags weist Meuler zurück. "Wer hier einseitig von Kosten durch Ausfall der Arbeitszeit redet, vergisst den Wert zu benennen, der den Kommunen durch die vielfältigen Angebote der Kinder- und Jugendarbeit erbracht wird." Er hoffe daher sehr, dass die angekündigte Regelung den gesamten öffentlichen Dienst betreffe. Hier könnten auch die Bürgermeister/Innen und Landrät/Innen nachweisen, wie wichtig ihnen ehrenamtliches Engagement sei.

Nach wie vor unbefriedigend bleibt für den Landesjugendring die Situation für Ehrenamtliche, die sich im Studium befinden. "Denen bleibt aufgrund der zusätzlichen Belastung, weil sie aufgrund der Studiengebühren joben müssen, kaum noch Zeit fürs Ehrenamt. Wir sind nicht nur deshalb grundsätzlich für die Abschaffung dieser Gebühr. Da die Landesregierung dies offensichtlich nicht plant, sollte sie aber zumindest - ähnlich wie es bei anderen Freiwilligen in der studentischen Mitbestimmung möglich ist - studierende Jugendleiter­Innen davon freistellen. Auf diese einstimmige Forderung aller Kinder- und Jugendverbände im LJR haben wir bis heute keine klare Positionierung der Landesregierung" so Meuler. Die angekündigte Ehrenamtskarte betrachtet der Landesjugendring mit Interesse. "Wir verfügen schon jetzt über die bundesweit gültige Jugendleitercard und damit über ein Qualitätssiegel, das man nach einer gründlichen Ausbildung mit festgelegten Standards ausgestellt bekommt" erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft von 21 Kinder- und Jugendverbänden. "Eine Ehrenamtscard kann dann Sinn machen, wenn klare Ausbildungsstandards definiert würden." Auf jeden Fall sollten die JugendleiterInnen von den Vergünstigungen der Erwachsenenkarte ebenfalls profitierten. Derzeit verfügen ca. 1000 ehrenamtliche MitarbeiterInnen die Jugendleitercard.