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Willkommen im Saarland!

Die Unverzichtbaren!

2005

15. Landesjugendtag 2005

Daniela Heil wird Vorsitzende der dbb jugend saar

22.April 2005

Die Stadthalle Püttlingen bot den Rahmen zum 15. Landesjugendtag der dbb jugend saar. Die Delegierten in der gut besuchten Stadthalle wählten Daniela Heil (DSTG), Stefan Munz (VSVB), Daniel Hart (BSJ), Silke Hektor (DSTG) und Yvonne Ziegler (DSTG) zum neuen Vorstand der gewerkschaftlichen Jugendorganisation. Für den Beratenden Auschuss bekamen Christian Stein (GDL), Jörg Heckmann (VSVB), Sabine Meier (DSTG), Volker Arnold (DSTG), Volker Morbe (ADJ), Annika Mansion (GDS), Anne Ehm (DSTG), Sascha Gerecke (DSTG), Tanja Theobald (DSTG) und Ingmar Freund (Junge Polizei) das Vertrauen ausgesprochen.
Michael Leidinger und Michael Juchem prüfen künftig die Kasse der dbb jugend saar.

Nach der Eröffnung des Landesjugendtages durch den bisherigen Vorsitzenden Volker Arnold stellte die Innenministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in ihrer Rede Grundsätze der saarländischen Politik gegenüber dem öffentlichen Dienst dar.
Der dbb Landesvorsitzende Artur Folz konterte in einem zur Grundsatzrede ausgewachsenem Grußwort und stellte die Positionen des dbb zu den Reformprojekten klar.
In der anschließenden Diskussionsrunde mit der stv. Fraktionsvorsitzenden der SPD-Fraktion im Landtag Cornelia Hoffmann-Bethscheider, Georg Jungmann, ebenfalls stv. Fraktionsvorsitzender CDU-Fraktion, Claudia Willger-Lambert, stv. Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Grüne im Landtag und dem FDP-Fraktionsvorsitzenden und FDP Landesvorsitzenden Christoph Hartmann wurden die Themen kontrovers diskutiert. Patric Cordier moderierte die Runde, in der Volker Arnold die Positionen der dbb jugend vertrat.


Landesjugendtag der dbb jugend saar
am 22. April 2005
Entschließung


In Anbetracht der Tatsache, dass in naher Zukunft durch Schulschließungen 350 Lehrerstellen eingespart werden sollen, herrscht die Befürchtung, dass diese erheblichen Sparmaßnahmen auch negative Auswirkungen auf die Situation von Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter und jungen Lehrerinnen und Lehrern haben wird.

Es wird befürchtet, dass der Vorbereitungsdienst im Rahmen der 2. Ausbildungsphase von bisher 4 Semester auf 3 Semester verkürzt werden könnte. Eine solche zeitliche Reduzierung würde sich negativ auf die Qualität der Ausbildung auswirken.

Außerdem gehen wir von der berechtigten Annahme aus, dass in Zukunft die Anzahl der in den saarländischen Vorbereitungsdienst aufgenommen Anwärterinnen und Anwärter stark reduziert werden soll. Bereits jetzt hat eine große Anzahl von Bewerberinnen und Bewerber ihre Bewerbungen zurückgezogen.

Eine solche Entwicklung hätte auch negative Auswirkungen auf die Stellung und Funktion der Fachleiterinnen und Fachleiter und deren Arbeit im Studienseminar.

Deshalb fordern wir...
keine zeitliche Verkürzung des Vorbereitungsdienstes von bisher 24 auf 18 Monate

(gleichlange Vorbereitungszeit für alle Schulformen),
weiterhin Aufnahme von ausreichend Anwärterinnen und Anwärtern am Studienseminar,
Schaffung von Funktionsämtern für Fachleiterinnen und Fachleiter, um die Kontinuität zu verbessern.

Weiterhin sehen wir die Gefahr, dass sich die Schulschließungen und die damit verbundenen Sparmaßnahmen auch negativ auf die Einstellungschancen junger Lehrerinnen und Lehrer in den Schuldienst auswirken. Dies hätte Folgen für die ohnehin schon ungünstige Alterstruktur in den Lehrerkollegien. Bereits jetzt wandern junge Lehrerinnen und Lehrer nach dem 2. Staatsexamen in andere Bundesländer ab. Der Lehrermangel ist vorprogrammiert.

Deshalb fordern wir...
die Gewährleistung, dass auch weiterhin junge Lehrerinnen und Lehrer in ausreichender Zahl in den Schuldienst eingestellt werden.

Wegen der Schulschließungen wird es auch zu einer hohen Zahl funktionsloser Schulleiter kommen. Dadurch fürchten wir Benachteiligungen bei der Vergabe von Funktionsstellen an junge Lehrerinnen und Lehrer.

Deshalb fordern wir...
jungen Lehrerinnen und Lehrern Perspektiven bei Vergabe von Funktionsstellen zu eröffnen.


dbb jugend für ehrlichen Umgang mit Reformen

Die dbb jugend saar erkennt einen Vertrauensverlust in die politischen Institutionen im Land durch parteiideologisches Kurzzeitdenken. Reformnotwendigkeiten und Anpassung von Regeln im Zusammenleben in der Bundesrepublik Deutschland sind auch aus Sicht der dbb jugend saar nicht wegzudiskutieren. Die dbb jugend saar vertritt die Interessen von 1.500 jungen Beschäftigten im öffentlichen Dienst und den privatisierten Dienstleistungsbereichen im Saarland. Auf ihrem Landesjugendtag, der Ende April 2005 in Püttlingen stattgefunden hat, beschäftigten sich über 50 Delegierte aus den einzelnen Fachjugendgewerkschaften des dbb beamtenbund und tarifunion saar mit der Verantwortlichkeit von Reformen.

Reformen verkommen aus dbb jugend Sicht heute immer stärker zu Einsparbeschlüssen, um öffentliche Haushalte zu sanieren. Zu wenig werde auf die Sinnhaftigkeit der jeweiligen Regelungen geachtet. Bei Reformen zu den Alterssicherungssystemen mahnt die dbb jugend saar an, die Unterschiedlichkeit der Altersbezüge zu beachten und nicht die Gruppe der Rentner gegen die Pensionäre auszuspielen. Kurzfristige Effekthascherei der politisch Verantwortlichen trägt mit dazu bei, dass das Wort Reform inzwischen negativ in der Bevölkerung besetzt ist.

Allerdings sind die jungen Beschäftigten in der dbb jugend nicht generell gegen Reformen. Gerade mit dem Tarifvertrag öffentlicher Dienst und dem Reformmodell 21 zur Reform des Beamtenrechts des dbb hat die Gewerkschaftsorganisation ihre Bereitschaft gezeigt, aktiv Veränderungsprozesse mitzugestalten. Die Politik, insbesondere die Ministerpräsidenten der Bundesländer, müssen nun Flagge zeigen und nicht nur diejenigen Reformen gut heißen, die von sich aus die klammen Haushalte sofort entlasten. Die Politik muss Rückrat zeigen und somit weitsichtig auf Veränderungen reagieren und notwendige Reformen ergebnisorientiert vorantreiben. Nur so kann aus Sicht der dbb jugend saar verlorenes Vertrauen in politische Instanzen zurückgewonnen und Partei- und Politikverdrossenheit abgebaut werden.